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Am Montag, dem 12. Mai 2025, ging ein Aufatmen durch die globalen Märkte, als sich die USA und China auf eine 90-tägige Pause in ihrem eskalierenden Zollkrieg einigten – ein bedeutender Schritt der Deeskalation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Dies folgt auf eine Phase intensiver Handelsspannungen, in der beide Nationen scharfe wechselseitige Zölle verhängt hatten – dreistellige Prozentsätze, die den Welthandel störten und Befürchtungen eines breiteren wirtschaftlichen Abschwungs schürten. Wir haben diese Entwicklung genau verfolgt, insbesondere nachdem die USA im April zunächst die Zollumsetzung für alle Länder außer China verschoben hatten, um die Pause nun auch auf Peking auszuweiten. Zwar haben die Märkte auf die Nachricht positiv reagiert, da beide Seiten die Zölle um erhebliche Beträge senkten, doch es gibt ein entscheidendes Detail, das viele übersehen: Der Basiszollsatz bleibt deutlich höher als vor Beginn dieses Handelskriegs. Was bedeutet diese Pause wirklich für den Welthandel, und was passiert, wenn die 90 Tage abgelaufen sind? Dieser Artikel geht den Details des Zollrückbaus auf den Grund, beleuchtet die anhaltenden Herausforderungen und untersucht die ungewisse Zukunft der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China in einer Welt, die weiterhin von wirtschaftlicher und geopolitischer Volatilität geprägt ist.

Die Zollpause im Detail

Der Zollkrieg zwischen den USA und China, der sich unter der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump verschärfte, erreichte Anfang dieses Jahres einen Siedepunkt. Am 2. April 2025 verkündete Trump, was er den „Tag der Befreiung" nannte, und verhängte scharfe wechselseitige Zölle auf Importe aus zahlreichen Ländern, wobei China die Hauptlast der Abgaben trug. Die US-Zölle auf chinesische Waren stiegen auf ein beispielloses Niveau, was Peking zu ebenso aggressiven Vergeltungsmaßnahmen veranlasste. Diese Schlag-auf-Schlag-Eskalation ließ die US-Zölle auf chinesische Importe einen Höchststand erreichen, während China im Gegenzug erhebliche Abgaben auf amerikanische Waren erhob – begleitet von nicht-tarifären Maßnahmen wie Exportbeschränkungen für kritische Mineralien.

Die erste Reaktion der USA erfolgte am 9. April, als Trump eine 90-tägige Zollpause für die meisten Länder außer China ankündigte und einen universellen Basiszollsatz von 10 % für diese Nationen festlegte, während die Verhandlungen begannen. Dieser Schritt löste eine Marktrally aus, doch China blieb der Ausreißer und sah sich weiterhin noch höheren Abgaben gegenüber, während die Spannungen anhielten. Nach hochrangigen Gesprächen in Genf am Wochenende vom 11. bis 12. Mai erzielten die USA und China jedoch einen Durchbruch, der am 13. Mai bekannt gegeben wurde. Beide Nationen einigten sich auf eine 90-tägige Pause und senkten ihre wechselseitigen Zölle um einen dreistelligen Prozentsatz. Die USA reduzierten ihre Zölle auf chinesische Importe auf 30 % – eine Kombination aus dem Basissatz von 10 % und einer Abgabe von 20 %, die mit Fentanyl-bezogenen Bedenken zusammenhängt – während China seine Abgaben auf US-Waren auf 10 % senkte. China setzte außerdem einige nicht-tarifäre Vergeltungsmaßnahmen aus, etwa Beschränkungen für Seltene Erden, die für die Hightech-Fertigung von entscheidender Bedeutung sind.

Die globalen Märkte begrüßten die Nachricht – die Aktienkurse legten deutlich zu, wobei der S&P 500, der Nasdaq und der Dow erhebliche Zugewinne verzeichneten, was ein kollektives Aufatmen unter den Anlegern widerspiegelte. Analysten bezeichneten die Pause als „bedeutende Deeskalation", wobei US-Finanzminister Scott Bessent betonte, dass „keine Seite eine Entkopplung wolle", was ein Bekenntnis zu einem ausgewogenen Handel signalisiert. Chinas Handelsministerium schloss sich diesem Tenor an und bezeichnete das Abkommen als Schritt zur Herstellung von „Sicherheit und Stabilität" für die Weltwirtschaft. Oberflächlich betrachtet erscheint dieser Rückbau als Erfolg für beide Nationen, der die unmittelbare Belastung für Unternehmen und Verbraucher lindert und zugleich die Tür für weitere Verhandlungen öffnet.

Die übersehene Realität: Die Zölle bleiben hoch

Während die Zollsenkung als Durchbruch gefeiert wurde, gibt es ein entscheidendes Detail, das viele zu übersehen scheinen: Der Basiszollsatz bleibt weit höher als vor Beginn dieses Handelskriegs. Vor der Eskalation lief der Welthandel unter einem viel niedrigeren durchschnittlichen Zollsatz – für die USA lag dieser näher bei 2,5 % und spiegelte Jahrzehnte der Handelsliberalisierung wider. Selbst mit der Pause behalten die USA nun einen universellen Basiszollsatz von 10 % auf Importe aus den meisten Ländern bei, mit Ausnahme von Kanada und Mexiko im Rahmen des Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA). Sektorspezifische Zölle, etwa auf Stahl, Aluminium und Autos, bleiben ebenfalls bei 25 % bestehen. Für China stellt der Zollsatz von 30 %, obwohl er eine deutliche Senkung darstellt, im Vergleich zum Niveau vor der Eskalation immer noch eine erhebliche Belastung dar.

Diese Diskrepanz verdeutlicht eine umfassendere Strategie, die dahintersteckt. Die US-Regierung trat mit einer Forderung an, die manche als kühn bezeichnen könnten – die Verhängung dreistelliger Zölle, die die globalen Märkte erschütterten und breite Vergeltungsmaßnahmen auslösten. Indem sie nun auf einen niedrigeren, aber immer noch erhöhten Satz zurückschraubt, kann die Regierung einen Verhandlungserfolg für sich beanspruchen und gleichzeitig den Druck auf Handelspartner aufrechterhalten. Anleger und Unternehmen, erleichtert über den Rückbau, feiern die gesenkten Zölle, vergessen dabei jedoch das größere Bild: Die Zölle sind immer noch weitaus höher als vor Beginn dieses Handelskriegs. Allein der Basissatz von 10 % stellt eine Vervierfachung des Durchschnitts vor der Eskalation dar, und für China bleibt der Satz von 30 % – unter Berücksichtigung der Fentanyl-bezogenen Abgabe – eine erhebliche Hürde. Dies ist keine Rückkehr zur Normalität; es ist eine Neuausrichtung auf eine neue Realität mit höheren Zöllen.

Was passiert nach der 90-tägigen Pause?

Die 90-tägige Pause, die am 14. Mai beginnt und bis Mitte August 2025 läuft, verschafft Zeit für Verhandlungen, führt aber auch eine neue Schicht der Unsicherheit ein. Während dieser Zeit haben sich die USA und China zu fortlaufenden Gesprächen verpflichtet, wobei beide Seiten den Wunsch äußerten, eine vollständige Entkopplung ihrer Volkswirtschaften zu vermeiden. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer merkte an, dass die Gespräche in Genf ein „wichtiger erster Schritt" gewesen seien, während Chinas Vizepremier He Lifeng das Abkommen als Grundlage zur Verringerung der Spannungen bezeichnete. Die Aussetzung nicht-tarifärer Maßnahmen, wie Chinas Beschränkungen für kritische Mineralien, signalisiert Kooperationsbereitschaft, doch die zugrunde liegenden Fragen – Handelsungleichgewichte, Bedenken zum geistigen Eigentum und geopolitische Rivalitäten – bleiben ungelöst.

Handelsabkommen werden nicht nur mit China, sondern auch mit anderen Nationen verhandelt. Die USA haben berichtet, dass zahlreiche Länder an die Regierung herangetreten sind, um Vereinbarungen auszuarbeiten, wobei einige Abkommen Berichten zufolge kurz vor dem Abschluss stehen. Das Ziel, so Finanzminister Scott Bessent, sei es, „maßgeschneiderte" Handelsvereinbarungen zu sichern, die auf jedes Land zugeschnitten sind, wobei möglicherweise der Basiszollsatz von 10 % für die meisten Partner festgeschrieben wird. Der Ausgang ist jedoch alles andere als sicher. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten die USA nach der Pause höhere Zölle wieder einführen, was den Handelskrieg mit China und anderen Nationen möglicherweise neu entfachen würde. Selbst wenn ein Abkommen erreicht wird, könnten die Bedingungen immer noch erhöhte Zölle beinhalten, da die Regierung wenig Neigung gezeigt hat, zum Niveau vor der Eskalation zurückzukehren.

Für China steht viel auf dem Spiel. Die chinesische Wirtschaft, die bereits mit schwacher Verbraucherausgaben und einer drohenden Deflationskrise zu kämpfen hat, sieht sich durch den Handelskrieg zusätzlichem Druck ausgesetzt. Während die Zollsenkung auf 10 % für US-Waren Erleichterung bringt, hat Pekings Handelsministerium die USA aufgefordert, „den Fehler einseitiger Zölle vollständig zu korrigieren", was signalisiert, dass die Spannungen wieder aufflammen könnten, falls die Verhandlungen die Erwartungen nicht erfüllen. Analysten auf X haben angemerkt, dass diese Pause eher ein „taktischer Rückzug" als ein echter Waffenstillstand sein könnte, wobei die Märkte möglicherweise allzu optimistische Erwartungen einpreisen. Die Unsicherheit über die Landschaft nach der Pause – ob die Zölle wieder steigen oder sich auf einem neuen Basisniveau einpendeln werden – hält Unternehmen und Anleger in Alarmbereitschaft, da sie sich auf einen möglichen erneuten Preisanstieg oder Störungen in globalen Lieferketten vorbereiten.

Der breitere Kontext: Eine sich wandelnde Handelslandschaft

Die Zollpause muss im breiteren Kontext der globalen Handelsdynamik betrachtet werden. Die Strategie der US-Regierung – scharfe Zölle verhängen und dann zurückschrauben – hat verändert, wie Nationen an den Handel mit Amerika herangehen. Die anfängliche Eskalation, bei der die Zölle auf chinesische Waren dreistellige Werte erreichten, löste Vergeltungsmaßnahmen von China, der Europäischen Union und anderen aus, was zu einem Einbruch des transpazifischen Handels und einem Anstieg gestrichener Schiffsverbindungen aus China führte. Die 90-tägige Pause hat eine Erholung der Frachtsendungen ausgelöst, da Unternehmen sich beeilen, Lagerbestände vor der Frist im August vorzuziehen – doch dies geschieht zu einem Preis: steigende Containerraten und Druck auf die Lieferketten, während Unternehmen mit der Unvorhersehbarkeit künftiger Zölle kämpfen.

Der erhöhte Basiszollsatz, selbst bei 10 %, signalisiert eine neue Normalität für den Welthandel. Die Sätze vor der Eskalation von rund 2,5 % waren das Ergebnis jahrzehntelanger Handelsliberalisierung, die eine vernetzte Weltwirtschaft förderte. Da die Zölle nun dieses Niveau vervierfachen, sind die Kosten für Waren strukturell höher, was sich auf alles auswirkt, von Verbraucherpreisen bis zu Unternehmensmargen. Insbesondere kleine Unternehmen sehen sich anhaltender Frustration ausgesetzt, da sie Kosten wie Lagergebühren für Zolllager auf sich genommen haben, um frühere Zollerhöhungen zu vermeiden, nur um dann zu sehen, wie die Sätze vorübergehend sinken. Diese Unvorhersehbarkeit erschwert es Unternehmen, wie Branchenführer anmerken, Cashflows zu prognostizieren, Preise anzubieten oder langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen.

Die Pause verdeutlicht auch das umfassendere geopolitische Schachspiel, das im Hintergrund abläuft. Die USA haben Zölle genutzt, um Handelspartner zu Verhandlungen zu drängen, China zu isolieren und gleichzeitig anderen eine Verschnaufpause zu gewähren – eine Taktik, die manche als „Teile-und-Herrsche"-Strategie betrachten. Dieser Ansatz hat jedoch die Beziehungen sowohl zu Verbündeten als auch zu Konkurrenten belastet und Nationen dazu veranlasst, Alternativen zu erkunden – etwa den Handel in lokalen Währungen oder die Diversifizierung der Lieferketten weg von der Abhängigkeit von den USA. Der BRICS-Block, den wir bereits zuvor thematisiert haben, treibt die Entdollarisierung voran, und der Zollkrieg hat diesen Trend nur beschleunigt, was Fragen zum langfristigen Status des US-Dollars als Weltreservewährung aufwirft.

Ausblick: Die Unsicherheit navigieren

Während sich die 90-tägige Pause entfaltet, bleibt die Zukunft der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China ungewiss. Die Verhandlungen der nächsten drei Monate werden entscheidend sein – werden die beiden Nationen eine dauerhafte Einigung erzielen, oder werden die Zölle im August erneut in die Höhe schnellen? Manche Analysten sind optimistisch und verweisen auf den konstruktiven Ton der Gespräche in Genf sowie auf die gegenseitige Anerkennung, dass eine Entkopplung nicht im Interesse beider Seiten liegt. Andere sind vorsichtiger und weisen darauf hin, dass die zugrunde liegenden Fragen – Handelsungleichgewichte, Fentanyl-bezogene Bedenken und geopolitische Rivalitäten – nicht leicht gelöst werden. Selbst wenn eine Einigung erzielt wird, deutet der erhöhte Basiszollsatz darauf hin, dass die Handelskosten auf absehbare Zeit höher bleiben werden als vor der Eskalation, was sich auf globale Lieferketten und Verbraucherpreise auswirken wird.

Für Anleger bietet diese Pause ein Zeitfenster, um Strategien neu zu bewerten. Die Marktrally nach der Ankündigung spiegelt eine kurzfristige Erleichterung wider, doch die Unsicherheit nach den 90 Tagen bedeutet, dass die Volatilität zurückkehren könnte. Unternehmen ziehen bereits Sendungen vor, um möglichen Zollerhöhungen zuvorzukommen, was zu Engpässen in den Lieferketten und höheren Kosten in der Zukunft führen könnte. Die Diversifizierung von Investitionen über dollarbasierte Vermögenswerte hinaus, wie wir es im Zusammenhang mit BRICS besprochen haben, bleibt eine kluge Maßnahme, insbesondere da die Bemühungen zur Entdollarisierung an Fahrt gewinnen. Sektoren wie Schifffahrt und Logistik könnten kurzfristig von dem Handelsschub profitieren, während Konsumgüter und die Fertigungsindustrie vor Herausforderungen stehen könnten, sollten die Zölle erneut steigen.

Bei Vorpp Capital sehen wir diese Zollpause eher als strategischen Rückzug denn als Lösung. Die anfängliche harte Haltung der US-Regierung – die Verhängung dreistelliger Zölle – setzte einen hohen Maßstab, und während der Rückbau auf 30 % bei chinesischen Waren und 10 % bei US-Waren einen Schritt zurück darstellt, ist er immer noch weit von der Norm vor der Eskalation von rund 2,5 % entfernt. Anleger und Unternehmen mögen die Senkung feiern, doch sie übersehen die Realität: Die Zölle sind immer noch weitaus höher als zuvor, und die Landschaft nach der Pause ist ungewiss. Handelsabkommen werden verhandelt, doch ihr Ausgang ist schwer vorherzusagen, und der breitere Wandel in der globalen Handelsdynamik – hin zu höheren Kosten und alternativen Währungssystemen – setzt sich fort. In diesem Umfeld ist es am besten, informiert, flexibel und diversifiziert zu bleiben, um den weiteren Weg zu meistern.

Betrachten Sie diesen Artikel nicht als Finanzberatung. Wir stellen lediglich unsere eigene Meinung dar. Führen Sie stets Ihre eigene Sorgfaltsprüfung durch, bevor Sie in alternative (volatile) Anlagemöglichkeiten investieren.

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